Ein Dateiformat legt fest, nach welcher Struktur die Bits und Bytes einer Datei organisiert sind, damit Programme sie korrekt interpretieren, öffnen und bearbeiten können.
Auch genannt: Dateityp
Damit ein Programm eine Datei sinnvoll verarbeiten kann, muss es wissen, wie die enthaltenen Daten aufgebaut sind – wo etwa ein Bild anfängt und ein Textfeld endet. Genau diese Bauanleitung liefert das Dateiformat. Ohne eine solche Vereinbarung wäre eine Datei nur eine ununterscheidbare Folge von Bytes.
Ein Dateiformat definiert typischerweise einen Header mit Metadaten (etwa Format-Version oder Abmessungen) sowie den eigentlichen Nutzdateninhalt, oft ergänzt um eine interne Struktur aus Abschnitten oder Feldern. Viele Formate sind zugleich Container: Sie können unterschiedlich kodierte Inhalte aufnehmen, etwa Video- oder Audiodaten in verschiedenen Kompressionsverfahren. Betriebssysteme erkennen ein Format meist an der Dateiendung oder an einem sogenannten MIME-Type, verlässlicher ist jedoch eine Prüfung der tatsächlichen Byte-Struktur zu Beginn der Datei.
Eine Rechnung lässt sich als PDF-Datei versenden: Das PDF-Format legt fest, wie Text, Schriftarten, Bilder und Seitenlayout in der Datei kodiert sind, sodass praktisch jedes PDF-Programm das Dokument optisch identisch anzeigt – unabhängig vom verwendeten Betriebssystem.
Dateiformate ermöglichen den Austausch von Dokumenten, Bildern, Tabellen, Audio- und Videodaten zwischen unterschiedlichen Programmen und Geräten. Sie sind Grundlage für Interoperabilität: Ein einheitliches, offen dokumentiertes Format erlaubt es, dass verschiedene Anwendungen dieselbe Datei fehlerfrei lesen und schreiben können.
Die Dateiendung ist nur ein Hinweis auf das Format, keine Garantie: Sie lässt sich beliebig ändern, ohne dass sich die tatsächliche Byte-Struktur der Datei anpasst. Ebenfalls ein Missverständnis ist die Gleichsetzung von Format und Kompressionsverfahren – viele Formate sind lediglich Container, die unterschiedliche Kodierungen aufnehmen können. Zudem sind nicht alle Formate offen dokumentiert; manche proprietären Formate lassen sich nur mit bestimmter Software vollständig öffnen.
Nicht zu verwechseln mit der Zeichenkodierung, die nur festlegt, welcher Zahlenwert einem Textzeichen entspricht, nicht aber den Aufbau einer ganzen Datei. Ebenfalls abzugrenzen ist der Codec: Er beschreibt ein Kompressions- oder Kodierungsverfahren für Medieninhalte, das innerhalb eines Container-Dateiformats zum Einsatz kommen kann, aber selbst kein eigenständiges Dateiformat ist.