Auch genannt: Gerätesoftware
Firmware ist Software, die zu einem bestimmten Hardwaregerät gehört und dessen grundlegende Funktionen steuert. Sie liegt typischerweise in einem nichtflüchtigen Speicher wie Flash-Speicher, sodass sie nach dem Ausschalten erhalten bleibt. NIST beschreibt Firmware als Programme und Daten, die in Hardware gespeichert sind; ältere Definitionen nennen dafür insbesondere ROM oder programmierbares ROM. Moderne Geräte verwenden häufig aktualisierbaren Flash-Speicher statt eines unveränderlichen ROMs.NIST: Firmware
Firmware ist weder das Gerät selbst noch jedes beliebige Programm, das auf ihm läuft. Sie vermittelt zwischen Elektronik und höherer Software: Ein Mikrocontroller, eine Netzwerkkarte, ein Router oder die Systemfirmware eines PCs braucht Anweisungen, um Bauteile anzusprechen, einen Startablauf zu steuern oder eine festgelegte Gerätefunktion auszuführen.
Beim Einschalten muss ein Gerät in einen definierten Ausgangszustand kommen. Dazu kann Firmware Komponenten initialisieren, Einstellungen lesen, Tests oder Konfigurationen ausführen und weitere Software laden. Bei einem PC ist UEFI ein Beispiel für Systemfirmware: Die UEFI-Spezifikation beschreibt unter anderem einen Firmware-Kern, Boot-Manager-Funktionen, Firmware-Dienste sowie eine Firmware-Verwaltung mit Funktionen zum Prüfen und Setzen von Firmware-Images.UEFI Specification 2.11
Der genaue Umfang hängt vom Gerät ab. In einer Tastatur kann Firmware Tastenereignisse erfassen und über USB melden. In einem WLAN-Chip kann sie Teile der Funksteuerung übernehmen. In einem Router kann sie Netzwerkschnittstellen und die Startkonfiguration vorbereiten. Gemeinsam ist diesen Fällen nicht ein bestimmter Speicherchip, sondern die enge Bindung des Codes an die jeweilige Hardware und ihre Aufgaben.
Firmware arbeitet häufig ohne eine sichtbare Benutzeroberfläche. Sie reagiert auf Signale, setzt Registerwerte, verarbeitet Daten oder stellt Dienste für andere Systembestandteile bereit. Das bedeutet nicht, dass sie immer allein und dauerhaft ausgeführt wird: Manche Firmware startet vor dem Betriebssystem, andere wird erst dann von einem Treiber an ein Gerät übertragen, wenn dieses benötigt wird.
Ein Betriebssystemtreiber kann für ein Gerät eine passende Firmware-Datei anfordern und deren Daten an das Gerät übertragen. Die Linux-Kernel-Dokumentation zeigt diesen Ablauf ausdrücklich: Zuerst wird ein Firmware-Image angefordert, anschließend werden dessen Daten und Größe an das Gerät weitergegeben; danach wird die belegte Ressource wieder freigegeben.Linux-Kernel-Dokumentation: request_firmware API
Das Beispiel macht eine wichtige Unterscheidung sichtbar. Die Firmware enthält gerätespezifische Instruktionen; der Treiber ist der Teil des Betriebssystems, der die Anforderung organisiert und das Gerät gegenüber anderer Software bedienbar macht. Beide können beim selben Vorgang beteiligt sein, sind aber nicht dasselbe. Fehlt ein passendes Image oder passt es nicht zum Gerät, kann die Funktion eingeschränkt sein oder der Treiber meldet einen Fehler.
Auch der Speicherort ist kein ausreichendes Abgrenzungsmerkmal. Systemfirmware kann im Flash-Speicher der Hauptplatine liegen. Eine Gerätefirmware kann dagegen als Datei mit dem Betriebssystem ausgeliefert und beim Start in einen flüchtigen Speicher des Geräts geladen werden. Entscheidend bleibt, dass das Image für ein konkretes Gerät oder eine konkrete Gerätefamilie bestimmt ist und dessen niedrige Steuerungsaufgaben unterstützt.
Bei einem Router kann ein Update eine neue Firmware-Version bereitstellen. Der Hersteller oder die Verwaltungsoberfläche lädt dazu ein Image für genau dieses Modell ein. Beim Neustart übernimmt der Router dieses Image und startet damit seine Gerätefunktionen. Ein solches Update kann Fehler beheben, Hardware-Unterstützung verändern oder Sicherheitslücken schließen; welche Änderung tatsächlich enthalten ist, steht jedoch nur in den Angaben zum jeweiligen Release.
Das Update ist deshalb kein gewöhnlicher App-Download. Ein unpassendes oder manipuliertes Image kann die grundlegende Funktionsfähigkeit eines Geräts beeinträchtigen. NIST weist für PC-BIOS-Firmware auf die besondere privilegierte Stellung dieser Software hin und behandelt unbefugte Änderungen als Sicherheitsrisiko: Beschädigte Firmware kann einen dauerhaften Ausfall auslösen, manipulierte Firmware kann Schadsoftware dauerhaft verankern.NIST SP 800-147: BIOS Protection Guidelines
Für die Praxis folgt daraus: Ein Firmware-Update sollte zum exakten Modell passen und aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammen. Der Strom sollte während der Installation nicht unterbrochen werden. Ob ein Update sinnvoll oder dringend ist, hängt vom Gerät, von den dokumentierten Änderungen und von der eigenen Einsatzsituation ab. Ein pauschales Versprechen, jede neue Version verbessere automatisch Leistung oder Sicherheit, wäre nicht belastbar.
Ein Betriebssystem verwaltet Ressourcen eines Computers und stellt Anwendungen gemeinsame Dienste bereit. Es ist breiter angelegt als Firmware und kann unterschiedliche Programme sowie viele Geräte unterstützen. Anwendungssoftware richtet sich unmittelbar an Aufgaben von Nutzerinnen und Nutzern, etwa Textverarbeitung, Bildbearbeitung oder eine Banking-App. Sie wird üblicherweise innerhalb der Dienste des Betriebssystems ausgeführt.
Firmware sitzt näher an der Hardware. Sie kann vor dem Betriebssystem arbeiten, dessen Start vorbereiten oder in einem einzelnen Bauteil laufen. Trotzdem ist die Grenze nicht als starre Rangordnung zu verstehen: In komplexen Geräten greifen Firmware, Boot-Software, Treiber und Betriebssystem ineinander. Für eine korrekte Einordnung hilft die Frage, ob der Code eine konkrete Gerätefunktion steuert oder eine allgemeine Plattform für Anwendungen bereitstellt.
Ein Treiber ist Software, die ein Betriebssystem mit einem Hardwaregerät verbindet. Er kann Firmware anfordern oder laden, muss aber nicht selbst die Instruktionen enthalten, die auf dem Gerät ausgeführt werden. Firmware ist außerdem keine Lizenzkategorie. Die Begriffe „frei“ und „proprietär“ beschreiben Rechte und Bedingungen für Software; sie beantworten nicht, ob ein Programm die gerätenahe Steuerungsfunktion von Firmware erfüllt.
Eine Lizenzfrage und eine technische Einordnung sollten deshalb getrennt beantwortet werden. Dieselbe technische Art von Firmware kann unter unterschiedlichen Lizenzen vorliegen. Umgekehrt wird Anwendungssoftware nicht allein dadurch zu Firmware, dass ihr Quellcode offen oder geschlossen ist.
Stand der Quellen: 13. September 2026