Das Gigabitgrundbuch ist ein von der Bundesregierung aufgebautes Verzeichnis, das Informationen zum Gigabitausbau und dessen Rahmenbedingungen bündelt. Es soll bundesweit einheitlich Auskunft darüber geben, wie weit der Ausbau leistungsfähiger Netze in einer bestimmten Region fortgeschritten ist.
Das Gigabitgrundbuch funktioniert wie ein digitales Nachschlagewerk für den Netzausbau: Wer wissen möchte, ob und wann eine bestimmte Adresse an ein leistungsfähiges Netz angeschlossen wird, kann diese Information dort abrufen. Damit schafft der Begriff Transparenz über einen Ausbauprozess, der sonst für Bürgerinnen, Bürger und Kommunen schwer nachzuvollziehen wäre.
Im Gigabitgrundbuch werden Daten zum bestehenden und geplanten Ausbau von Glasfaser- und Mobilfunknetzen zusammengeführt und über ein zentrales Datenportal öffentlich zugänglich gemacht. Netzbetreiber und zuständige Behörden liefern die zugrunde liegenden Ausbauinformationen, die dann regional und adressgenau aufbereitet werden. Ziel ist es, Ausbaulücken sichtbar zu machen, Doppelinvestitionen zu vermeiden und Fördermaßnahmen zielgerichtet zu planen.
Eine Kommune möchte prüfen, in welchen Ortsteilen bereits ein Glasfaseranschluss verfügbar ist und wo noch Fördermittel für den Ausbau benötigt werden. Über das Gigabitgrundbuch lässt sich dieser Versorgungsstand adressgenau einsehen, sodass die Kommune gezielt Fördermaßnahmen für unterversorgte Gebiete beantragen kann, statt den Ausbaustand mühsam bei verschiedenen Netzbetreibern einzeln zu erfragen.
Das Gigabitgrundbuch dient als Planungs- und Transparenzinstrument für den Breitbandausbau: für Kommunen bei der Beantragung von Fördermitteln, für Netzbetreiber bei der Ausbauplanung und für Bürgerinnen und Bürger, die den Versorgungsstand ihrer Adresse einsehen möchten. Es unterstützt zudem die bundesweite Koordination des Gigabitausbaus, indem es einen einheitlichen Überblick über regional sehr unterschiedliche Ausbaustände schafft.
Das Gigabitgrundbuch selbst baut keine Netze aus, sondern dokumentiert lediglich den Stand und die Planung des Ausbaus. Ein verbreitetes Missverständnis ist daher, das Verzeichnis mit dem Ausbau selbst gleichzusetzen – tatsächlich hängt die tatsächliche Verfügbarkeit weiterhin von den beauftragten Netzbetreibern und deren Baufortschritt ab. Zudem sind die im Grundbuch enthaltenen Angaben nur so aktuell und vollständig wie die gemeldeten Ausbaudaten, sodass es zu zeitlichen Verzögerungen zwischen tatsächlichem Baufortschritt und Darstellung kommen kann.
Nicht zu verwechseln mit Open Data: Open Data beschreibt allgemein frei zugängliche, maschinenlesbare Daten aus unterschiedlichsten Bereichen, während das Gigabitgrundbuch ein spezifisches, sektorbezogenes Register allein zum Gigabitausbau ist. Das Gigabitgrundbuch ist damit ein enger gefasster Anwendungsfall, der sich in seinen Zielen von der breiteren Open-Data-Idee unterscheidet.
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