High Dynamic Range (HDR) bezeichnet eine Bild- und Videotechnik, die einen deutlich größeren Kontrastumfang zwischen den hellsten und den dunkelsten Bereichen eines Bildes darstellen kann als herkömmliche Standardverfahren.
Bei HDR-Inhalten wirken helle Bildbereiche wie Lichtreflexe oder Himmel merklich heller, während in dunklen Bereichen mehr Details sichtbar bleiben, statt in einheitlichem Schwarz zu verschwinden. Das Ergebnis ist ein Bild, das dem natürlichen Seheindruck näherkommt, weil es einen größeren Helligkeitsumfang gleichzeitig abbilden kann.
HDR-Inhalte werden mit speziellen Übertragungsfunktionen kodiert, die festlegen, wie Helligkeitswerte in Bilddaten umgerechnet werden. International etabliert sind dafür zwei Verfahren: ein display-bezogenes Verfahren, das absolute Helligkeitswerte bis zu sehr hohen Leuchtdichten unterstützt, und ein szenenbezogenes Verfahren, das stärker kompatibel zu herkömmlichen Bildschirmen bleibt. Damit der erweiterte Kontrastumfang beim Betrachten tatsächlich sichtbar wird, müssen sowohl die Quelle – etwa eine Kamera oder ein Streaming-Dienst – als auch das Wiedergabegerät HDR unterstützen; fehlt eine der beiden Seiten, wird der Inhalt auf den üblichen Standardkontrast reduziert dargestellt.
Eine Außenaufnahme mit praller Sonne und tiefen Schatten zeigt bei HDR sowohl die helle, nicht überstrahlte Sonneneinstrahlung als auch erkennbare Details im Schattenbereich, während dieselbe Szene ohne HDR entweder überstrahlt oder die Schatten als einheitliches Schwarz erscheinen würde.
HDR wird eingesetzt, um Filme, Serien und Spiele mit größerem Kontrastumfang und natürlicherer Farbwiedergabe darzustellen, insbesondere bei Streaming-Diensten, modernen Fernsehern und aktuellen Spielekonsolen. Es ergänzt dabei hohe Auflösung und Bildrate um eine zusätzliche Qualitätsdimension der Lichtdarstellung.
HDR ist nicht automatisch vorhanden, nur weil ein Gerät oder eine Datei als „HDR-fähig“ beworben wird: Ohne durchgängige HDR-Unterstützung von Aufnahme, Übertragung und Wiedergabegerät kommt der erweiterte Kontrastumfang nicht an. HDR ist außerdem unabhängig von der Bildauflösung – ein HDR-Bild kann in niedrigerer Auflösung vorliegen als ein Nicht-HDR-Bild und ist trotzdem kontrastreicher.
Nicht zu verwechseln mit Auflösung (Bild): Diese beschreibt die Anzahl der Bildpunkte, nicht den Kontrastumfang der Helligkeitsdarstellung. Ebenfalls abzugrenzen ist Bitrate: Sie betrifft die übertragene Datenmenge pro Zeiteinheit, nicht die Lichtdarstellung selbst. Auch Codec ist etwas anderes: Er regelt die Kompression von Bild- und Tondaten, nicht deren Kontrastumfang.