Auch genannt: Matter-Standard, Matter Smart Home, Matter-Protokoll
Matter ist ein offener Standard für das Smart Home. Er legt fest, wie kompatible Geräte, Steuerzentralen, Apps und Dienste miteinander kommunizieren können. Der Standard baut auf Internet Protocol (IP) auf und soll so verhindern, dass jede Marke nur ihre eigene technische Sprache spricht. Ein Matter-Logo bedeutet daher: Das Gerät kann die festgelegten gemeinsamen Funktionen über Matter bereitstellen – nicht, dass es in jeder App exakt denselben Funktionsumfang oder dieselbe Oberfläche zeigt.Connectivity Standards Alliance: Matter
Ein Smart Home besteht oft aus Lampen, Steckdosen, Sensoren, Schlössern und Steuer-Apps verschiedener Anbieter. Ohne gemeinsame Regeln kann jedes Produkt eine eigene App, ein eigenes Konto oder eine eigene Zentrale verlangen. Matter ist der Versuch, diese Inseln bei den grundlegenden Aufgaben zusammenzubringen. Eine kompatible Lampe soll sich etwa in einem unterstützten System einrichten, ein- und ausschalten oder dimmen lassen, ohne dass die Plattform dafür ein besonderes Übersetzungsverfahren jedes Herstellers benötigt.
Matter ist kein einzelnes Gerät, kein Sprachassistent und auch kein Funknetz. Der Begriff beschreibt einen Anwendungsstandard für die Kommunikation im Smart Home. Google beschreibt Matter ebenfalls als offenen Standard, mit dem ein Gerät über ein Protokoll in Matter-zertifizierten Ökosystemen funktionieren kann.Google Home Developers: What is Matter? Das ist besonders nützlich, wenn im Haushalt unterschiedliche Telefone, Plattformen oder Marken zusammentreffen. Kompatibel heißt dabei nicht grenzenlos austauschbar: Ob eine bestimmte Funktion tatsächlich verfügbar ist, hängt weiterhin vom Gerät, seiner Zertifizierung und der Unterstützung der gewählten Plattform ab.
Matter definiert eine gemeinsame Ebene oberhalb der Netzwerkverbindung. Darunter braucht ein Gerät einen Weg in das heimische IP-Netzwerk. Je nach Produkt kann das WLAN, Ethernet oder Thread sein. Thread wird häufig zusammen mit Matter genannt, erfüllt aber eine andere Aufgabe: Es ist ein Netzwerkprotokoll für geeignete vernetzte Geräte, während Matter beschreibt, wie diese Geräte ihre Funktionen gegenüber einer Steuerung ausdrücken. Der ausführlich gelesene Überblick von digital-magazin.de trennt diese Ebenen ebenso und nennt WLAN, Ethernet und Thread als mögliche Verbindungswege.digital-magazin.de: Matter Smart Home – 6 Tests für weniger Gerätechaos
Auf der anderen Seite steht ein Matter-Controller: Das kann eine unterstützte Smart-Home-Zentrale, eine App oder ein anderes System sein. Beim Einrichten wird ein kompatibles Gerät einem vertrauenswürdigen Smart-Home-System zugeordnet. Danach kann der Controller seine standardisierten Eigenschaften und Befehle ansprechen, etwa den Zustand eines Sensors lesen oder eine Leuchte steuern. Die Connectivity Standards Alliance ordnet Matter ausdrücklich der Kommunikation zwischen Smart-Home-Geräten, mobilen Apps und Cloud-Diensten zu und beschreibt die IP-basierten Netzwerktechnologien als Teil der Zertifizierung.Connectivity Standards Alliance: Matter
Die lokale IP-Kommunikation kann bei unterstützten Abläufen kürzere Reaktionszeiten und eine höhere Zuverlässigkeit als reine Cloud-zu-Cloud-Verbindungen ermöglichen, wie Google für seine Matter-Integration erläutert.Google Home Developers: What is Matter? Das ist aber kein Versprechen, dass jede Funktion ohne Internet oder ohne Herstellerdienst läuft. Fernzugriff, Kontoverwaltung, Benachrichtigungen und besondere Komfortfunktionen können weiterhin von der jeweiligen Plattform abhängen.
In einer Wohnung sollen eine Lampe, ein Bewegungsmelder und eine smarte Steckdose zusammenarbeiten. Die Produkte stammen nicht zwingend von derselben Marke, sind aber Matter-kompatibel. Zuerst wird jedes Gerät in ein unterstütztes System eingebunden. Dort können die grundlegenden, vom Gerät angebotenen Funktionen sichtbar werden: Die Lampe wird geschaltet oder gedimmt, der Bewegungsmelder meldet seinen Zustand, und die Steckdose lässt sich ein- oder ausschalten.
Anschließend kann eine Automatisierung die Leuchte bei Bewegung am Abend einschalten. Diese Regel ist nicht deshalb möglich, weil Matter jede denkbare Hauslogik erfindet, sondern weil die beteiligten Produkte ihre wesentlichen Funktionen in einer gemeinsamen Form bereitstellen. Soll zusätzlich eine herstellerspezifische Lichtszene, ein Diagnosewert oder eine Spezialoption genutzt werden, kann die Hersteller-App weiterhin nötig sein. Gerade diese Differenz zwischen Grundfunktion und Zusatzfunktion sollte vor dem Kauf geprüft werden.
Matter richtet sich an typische Smart-Home-Geräte und ihre Steuerung: Beleuchtung, Steckdosen, Sensoren, Schlösser oder andere unterstützte Geräteklassen können so in einem gemeinsamen Rahmen eingebunden werden. Für Haushalte ist der Standard vor allem ein Auswahl- und Kompatibilitätskriterium. Wer ein Smart Home schrittweise aufbaut, kann bei neuen Geräten prüfen, ob sie zur gewünschten Plattform und zum vorhandenen Netzwerk passen.
Auch für Anbieter und Entwickler ist Matter relevant. Statt für mehrere Ökosysteme völlig getrennte Anbindungen zu bauen, kann ein zertifiziertes Gerät über den gemeinsamen Standard erreichbar sein. Google weist allerdings darauf hin, dass nicht alle Gerätetypen unterstützt werden und dass ein Gerät die Speicher-, Rechen- und Anforderungen der unterstützten Netzwerkschicht erfüllen muss.Google Home Developers: What is Matter? Matter ist damit eine Grundlage für Interoperabilität, aber kein Ersatz für Produktentwicklung, Updates oder eine sorgfältige Einrichtung.
Als Teil der vernetzten Welt gehört Matter inhaltlich zum Internet of Things: Dort geht es allgemein um vernetzte Gegenstände und ihre Daten- oder Steuerungsverbindungen. Matter konzentriert sich dagegen auf die gemeinsame Sprache kompatibler Smart-Home-Produkte.
Das häufigste Missverständnis lautet: „Matter macht automatisch alles miteinander kompatibel.“ Tatsächlich müssen Gerät und Steuerplattform Matter unterstützen, und der Standard kann nur die Funktionen vereinheitlichen, die für die jeweilige Geräteart vorgesehen und implementiert sind. Ein vorhandenes älteres Produkt wird nicht allein durch die Existenz von Matter kompatibel. Es kann jedoch über eine passende Bridge eingebunden werden. Eine Bridge übersetzt zwischen einem bestehenden Produktsystem und Matter; welche Geräte und Funktionen sie weitergibt, ist eine Eigenschaft der konkreten Bridge.
Matter und Thread sind ebenfalls nicht dasselbe. Matter ist nicht der Name eines Funknetzes; Thread ist auch nicht zwingend für jedes Matter-Gerät erforderlich. Wer ein Thread-basiertes Zubehör plant, sollte zusätzlich prüfen, ob im Haushalt eine geeignete Grenze zwischen Thread-Netz und IP-Netz vorhanden ist. Das Matter-Logo allein beantwortet diese Frage nicht.
Schließlich ersetzt Interoperabilität keine Planung. Vor einer Anschaffung sind die gewünschten Funktionen, die unterstützte Plattform, die Rolle von Steuerzentrale oder Bridge und der vorgesehene Netzwerkweg wichtiger als ein einzelnes Kennzeichen auf der Verpackung. Der redaktionelle Praxisbeitrag von digital-magazin.de empfiehlt genau diese Prüfung und betont, dass Spezialfunktionen nicht zwingend in jeder App auftauchen.digital-magazin.de: Matter Smart Home – 6 Tests für weniger Gerätechaos
Ein Smart Home ist das gesamte vernetzte Wohnumfeld aus Geräten, Bedienung und Automatisierungen. Matter ist ein Standard, der die Interoperabilität unterstützter Komponenten darin verbessern soll. Das Internet of Things beschreibt das weitere Feld vernetzter Dinge – etwa auch außerhalb der Wohnung. Thread wiederum ist ein möglicher Netzwerkunterbau für geeignete Geräte und nicht die gemeinsame Anwendungssprache selbst.