Auch genannt: URL; Webadresse; englisch: Uniform Resource Locator
Eine Uniform Resource Locator (URL) ist eine Zeichenfolge, mit der eine Ressource angesprochen wird und die zugleich beschreibt, über welchen Zugriffsweg sie erreichbar sein kann. Im Web ist eine URL etwa die Adresse einer Seite, eines Bildes oder eines Downloads. Fachlich ist die URL ein Teilbereich der umfassenderen Uniform Resource Identifier (URI): Eine URI kann eine Ressource identifizieren, eine URL hebt dabei die Lokalisierung beziehungsweise den Zugriff hervor. Die Einordnung und die allgemeine URI-Syntax beschreibt RFC 3986.
Wer im Browser https://www.beispiel.de/ratgeber?thema=url#aufbau eingibt oder einen Link anklickt, verwendet eine URL. Der Browser kann daraus ableiten, welches Verfahren eingesetzt wird, welchen Server er ansprechen soll und welcher Pfad dort angefragt wird. Eine URL ist deshalb mehr als nur ein Domainname: Sie enthält bei vielen Webadressen zusätzlich Informationen zum Protokoll und zur gewünschten Ressource.
Die URL selbst ist nicht die Webseite und auch nicht der Server. Sie ist eine Referenz auf eine Ressource. Was beim Aufruf tatsächlich geliefert wird, entscheidet der jeweilige Dienst. Bei HTTP stellt ein Client eine Anfrage, auf die ein Server mit einer Antwort reagiert; HTTP ist dabei als zustandsloses Protokoll auf Anwendungsebene beschrieben. RFC 9110 ordnet HTTP und seine URI-Referenzen in dieses Request-Response-Modell ein.
Eine häufige absolute Webadresse lässt sich schematisch so lesen: https://shop.beispiel.de:443/produkte/kamera?farbe=schwarz#details.
https ist das Schema. Es benennt das verwendete Verfahren; bei Webadressen sind http und https verbreitet.shop.beispiel.de ist der Host. Er bezeichnet den angesprochenen Rechner beziehungsweise Namensraum im Netz. Der Domainname ist damit nur ein Bestandteil der URL.:443 wäre ein Port. Bei HTTPS wird dieser Standardport oft nicht ausgeschrieben./produkte/kamera ist der Pfad. Er kennzeichnet die angeforderte Ressource oder eine Route innerhalb des Angebots.?farbe=schwarz ist die Query-Komponente. Sie übergibt zusätzliche Parameter; ihre konkrete Bedeutung legt die Anwendung fest.#details ist ein Fragment. Es verweist typischerweise auf einen Abschnitt innerhalb einer Darstellung; es wird nicht als normaler Bestandteil der HTTP-Anfrage an den Server übermittelt.RFC 3986 beschreibt diese Komponenten als generische URI-Syntax. Nicht jede URL enthält alle Teile, und einzelne Schemas können eigene Regeln ergänzen. Die URL Standard der WHATWG dokumentiert zudem detailliert, wie aktuelle Browser URLs analysieren und serialisieren; sie ergänzt damit die allgemeine Syntaxsicht für die Praxis moderner Websoftware.
Eine absolute URL enthält genügend Angaben, um sie ohne weiteren Kontext zu verwenden, etwa https://www.beispiel.de/hilfe/kontakt. Sie nennt mindestens das Schema und bei Webadressen üblicherweise auch den Host. Das ist nützlich, wenn ein Link außerhalb einer Website, in einer E-Mail oder in einem Dokument funktionieren soll.
Eine relative URL braucht dagegen eine Basisadresse. Auf einer Seite unter https://www.beispiel.de/ratgeber/ kann der Link bilder/logo.svg auf eine Ressource relativ zu diesem Ort zeigen. Der Browser löst ihn anhand der Basis-URL auf. Das erleichtert es, zusammengehörige Dokumente oder ganze Verzeichnisstrukturen zu verschieben, ohne jeden internen Verweis neu schreiben zu müssen. RFC 3986 legt Regeln für solche relativen Referenzen und ihre Auflösung fest.
Relative URLs sind nicht automatisch besser oder sicherer als absolute URLs. Ihre Zweckmäßigkeit hängt vom Einsatzort ab. In einem HTML-Dokument derselben Website sind sie oft gut wartbar; für einen Verweis, der unabhängig vom Ursprungsdokument genutzt wird, braucht es normalerweise eine absolute URL.
Angenommen, jemand klickt auf https://www.beispiel.de/angebote?sortierung=neu#newsletter. Der Browser erkennt zunächst das Schema https, bestimmt den Host www.beispiel.de und verwendet den Pfad /angebote. Die Query sortierung=neu kann der Webanwendung mitteilen, wie sie die Angebote sortieren soll. Welche Parameter erlaubt sind und welche Wirkung sie haben, ist keine allgemeine URL-Regel, sondern eine Festlegung dieser Anwendung.
Für den Abruf kann der Browser über HTTPS eine HTTP-Anfrage an den Server senden. HTTPS steht im üblichen Webeinsatz für HTTP über eine TLS-gesicherte Verbindung. TLS 1.3 ist darauf ausgelegt, Kommunikation gegen Abhören, Manipulation und Nachrichtenfälschung zu schützen; daraus folgt jedoch nicht, dass jede über eine HTTPS-URL erreichbare Information inhaltlich richtig oder vertrauenswürdig ist. RFC 8446 beschreibt die Sicherheitsziele von TLS 1.3.
Das Fragment #newsletter behandelt der Browser nach dem Erhalt der Darstellung lokal. Es kann beispielsweise zu einem Element mit einer passenden Kennung scrollen. Deshalb sollte ein Fragment nicht als Filter oder Zugangsschutz verstanden werden: Für serverseitige Logik ist entscheidend, was die Anwendung tatsächlich als Anfrage verarbeitet.
URI ist der Oberbegriff für Identifikatoren von Ressourcen. RFC 3986 unterscheidet URI, URL und URN und beschreibt die URL als Untermenge der URIs. Im Alltag werden „URL“ und „Webadresse“ oft gleich verwendet; für Weblinks ist das in der Regel verständlich. Nicht jede URI muss aber eine Webadresse sein. Ein mailto:-Verweis oder eine urn:-Kennung folgt einem anderen Schema und ist nicht einfach eine HTTPS-Adresse.
Eine Domain ist ebenfalls nicht mit einer URL gleichzusetzen. beispiel.de ist ein Domainname. Erst zusammen mit weiteren Bestandteilen wie https:// und einem optionalen Pfad entsteht eine vollständige URL. Auch ein Host kann aus mehreren Teilen bestehen, etwa hilfe.beispiel.de; ob dieser Host auf denselben Dienst wie die Hauptdomain zeigt, ist eine technische Konfiguration, keine Eigenschaft des Begriffs URL.
Eine URL kann lesbar aussehen und trotzdem auf ein fremdes Ziel führen. Für die Beurteilung einer Webadresse ist der registrierte Domainteil wichtiger als ein vertraut klingender Text im Pfad oder in einer Subdomain. bank.beispiel-fremd.de gehört beispielsweise zu beispiel-fremd.de, nicht automatisch zu einer Bank. Browser können lange Hosts aus Platzgründen kürzen; die WHATWG-URL-Spezifikation nennt dabei ausdrücklich Risiken, wenn die maßgeblichen Domainbestandteile unklar dargestellt werden.
Auch das Schloss-Symbol beziehungsweise https ersetzt keine Prüfung des Angebots. HTTPS schützt die Verbindung zu dem Host, den die URL bezeichnet, nicht die Seriosität des Betreibers oder die Qualität eines Inhalts. Vorsicht ist besonders bei Login-Links, ungewöhnlichen Schreibweisen und unerwarteten Parametern angebracht. Zugangsdaten gehören nicht in URL-Parameter, weil URLs je nach Anwendung in Verläufen, Lesezeichen, Protokollen oder Referrer-Informationen auftauchen können.
Eine URL ist die vollständige Adresse oder Referenz für den Zugriff auf eine Ressource. Eine URI ist der weitere Oberbegriff. Eine Domain ist nur der namensbezogene Teil einer häufigen Web-URL. Eine IP-Adresse wiederum ist eine numerische Netzadresse und kann bei einem Aufruf technisch an der Namensauflösung beteiligt sein, ist aber weder zwingend sichtbar noch gleichbedeutend mit einer URL.