Auch genannt: WLAN, Wi-Fi
Ein Wireless Local Area Network (WLAN) ist ein lokales Netzwerk, in dem Geräte innerhalb eines räumlich begrenzten Bereichs Daten per Funk austauschen. Dazu gehören nicht nur Endgeräte wie Notebooks oder Smartphones, sondern auch Zugangspunkte und die zugehörige Infrastruktur. Das NIST-Glossar beschreibt WLANs typischerweise als Erweiterung eines kabelgebundenen lokalen Netzwerks, die Beweglichkeit ermöglicht.
Ein WLAN verbindet Geräte ohne Netzwerkkabel, aber nicht ohne Netzwerkstruktur. In einer Wohnung kann ein Zugangspunkt im Router stecken; in einem Büro oder auf einem Campus arbeiten häufig mehrere Zugangspunkte zusammen. Das Funknetz deckt jeweils nur den Bereich ab, in dem sich Geräte zuverlässig verbinden können. Ein WLAN ist damit kein anderes Wort für „Internet“: Es ist die lokale Funkverbindung. Ob darüber auch das Internet erreichbar ist, hängt von einer weiteren Verbindung, etwa über einen Router, ab.
Die Abkürzung WLAN bezeichnet den Netzwerktyp. „Wi-Fi“ wird im Alltag oft für dieselbe Nutzererfahrung verwendet. Für das Verständnis ist wichtiger, zwischen dem lokalen Funknetz, dem Zugang zum übrigen Netzwerk und den einzelnen Geräten zu unterscheiden. Diese Trennung hilft auch bei der Fehlersuche: Eine bestehende WLAN-Verbindung sagt noch nicht, dass ein Dienst im lokalen Netz oder eine Internetseite erreichbar ist.
Ein Gerät sucht nach erreichbaren Funknetzen und verbindet sich mit einem Zugangspunkt, häufig Access Point oder AP genannt. Dieser Zugangspunkt leitet den Datenverkehr zwischen dem Funksignal und dem lokalen Netzwerk weiter. In einer größeren Umgebung können mehrere APs dasselbe Netz versorgen; ein mobiles Gerät kann dann innerhalb der Abdeckung zu einem geeigneteren Zugangspunkt wechseln.
Welche Komponenten zum WLAN gehören, ist für Betrieb und Sicherheit entscheidend. NIST SP 800-153 nennt ausdrücklich Client-Geräte, Access Points und gegebenenfalls Wireless Switches. Die Publikation betont außerdem, dass die Sicherheit vom Schutz dieser Komponenten über den gesamten Lebenszyklus abhängt – von Planung und Inbetriebnahme bis Wartung und Überwachung. Ein einzelnes starkes Kennwort ersetzt deshalb keine saubere Konfiguration aller beteiligten Teile.
In einem kleinen Büro stellt ein Access Point den Mitarbeitenden eine Funkverbindung bereit. Das Notebook einer Mitarbeiterin sendet Daten per Funk an den AP; von dort gelangen sie in das lokale Unternehmensnetz und, wenn vorgesehen, über den Router ins Internet. Besucher können über ein getrenntes Gastnetz verbunden werden. Der praktische Nutzen liegt darin, dass Arbeitsplätze nicht an einen bestimmten Netzwerkanschluss gebunden sind.
Dasselbe Prinzip findet sich zu Hause: Smartphone, Laptop und ein vernetztes Gerät können über denselben Zugangspunkt kommunizieren. Für vernetzte Geräte ist WLAN eine mögliche lokale Anbindung, aber nicht jede Vernetzung muss darüber erfolgen. Entscheidend ist, welche Geräte miteinander kommunizieren dürfen und wie der Zugang verwaltet wird.
WLAN wird eingesetzt, wenn Geräte innerhalb eines begrenzten Bereichs flexibel ins lokale Netz eingebunden werden sollen: in Wohnungen, Büros, Bildungseinrichtungen, Läden oder an Standorten mit wechselnden Arbeitsplätzen. Es kann ein vorhandenes kabelgebundenes Netz ergänzen, statt es vollständig zu ersetzen. Kabel bleiben etwa dort sinnvoll, wo ein fester Anschluss benötigt wird; ein WLAN ergänzt ihn um Beweglichkeit.
Auch bei lokal betriebenen Diensten ist die Reichweite des WLANs relevant. Der von der Redaktion gelesene Digital-Magazin-Beitrag „Lokale KI ist nur privat, wenn sie nicht jedem im WLAN gehört“ verdeutlicht anhand eines Heimnetz-Szenarios, warum lokale Ausführung nicht automatisch bedeutet, dass jedes verbundene Gerät Zugriff haben sollte. Das ist keine allgemeine Sicherheitsanleitung, sondern ein nützlicher Praxisbezug: Erreichbarkeit im lokalen Netz und Berechtigung sind getrennte Fragen.
Die Funkübertragung ist an räumliche Bedingungen gebunden. Entfernung, Wände, bauliche Gegebenheiten und die Nutzung der Umgebung können die Verbindung beeinflussen. Ein angezeigtes WLAN ist daher nicht gleichbedeutend mit einer stabilen oder für alle Anwendungen geeigneten Verbindung.
Ein häufiges Missverständnis lautet, ein WLAN sei von sich aus privat, weil es in den eigenen vier Wänden oder im Büro betrieben wird. Der Schutz hängt jedoch davon ab, wie Zugangspunkte, Endgeräte und weitere Netzwerkkomponenten konfiguriert und gepflegt werden. NIST ordnet genau diese Komponenten dem Sicherheitslebenszyklus eines WLANs zu. Ebenso wenig bedeutet „drahtlos“, dass keine physische Infrastruktur existiert: Zugangspunkte benötigen selbst eine Anbindung und Stromversorgung.
Ein WLAN ist kein Internetanschluss. Es stellt zunächst eine lokale Funkverbindung bereit; erst ein angeschlossener Router oder ein anderes Gateway kann den Weg in weitere Netze eröffnen. Es ist außerdem nicht identisch mit einem einzelnen Router: Ein Router kann einen Zugangspunkt enthalten, während ein WLAN in größeren Installationen aus mehreren Zugangspunkten und weiteren Komponenten besteht. Und ein Gastnetz ist kein eigenes Übertragungsverfahren, sondern eine organisatorische und technische Trennung innerhalb einer Netzwerkinstallation.