Ein Data Warehouse ist ein zentrales Datenhaltungssystem, das Daten aus mehreren betrieblichen Quellen konsolidiert, langfristig speichert und für Auswertungen und Berichte bereitstellt.
Auch genannt: Datenlager, DWH
Betriebliche Daten entstehen oft verteilt in vielen einzelnen Systemen – etwa in der Buchhaltung, im Vertrieb oder in der Produktion. Ein Data Warehouse führt diese verstreuten Daten an einer zentralen Stelle zusammen, damit sie gemeinsam ausgewertet werden können, statt in getrennten Systemen isoliert zu bleiben.
Daten aus verschiedenen Quellsystemen werden regelmäßig extrahiert, in ein einheitliches Format überführt und in das Data Warehouse geladen. Anders als operative Datenbanken, die primär für schnelle Einzeltransaktionen ausgelegt sind, ist ein Data Warehouse auf große, komplexe Abfragen über lange Zeiträume optimiert. Die Daten werden dabei meist thematisch strukturiert und historisch aufbewahrt, sodass sich auch Entwicklungen über Monate oder Jahre nachvollziehen lassen.
Ein Handelsunternehmen führt Verkaufsdaten aus seinen Filialkassen, Lagerbestände aus der Logistik und Kundendaten aus dem Onlineshop in einem Data Warehouse zusammen, um darauf aufbauend unternehmensweite Berichte über Umsatzentwicklung und Warenverfügbarkeit zu erstellen.
Data Warehouses werden für unternehmensweites Reporting, Trendanalysen über längere Zeiträume und als Datengrundlage für Business-Intelligence-Auswertungen eingesetzt, bei denen Daten aus mehreren Quellsystemen gemeinsam betrachtet werden müssen.
Ein Data Warehouse ist kein Ersatz für die operativen Systeme, aus denen es seine Daten bezieht – es ergänzt sie um eine analytische Sicht. Zudem sind die Daten dort meist nicht in Echtzeit aktuell, da sie in der Regel in regelmäßigen Abständen aus den Quellsystemen übernommen werden. Ein Data Warehouse ist außerdem keine bestimmte Datenbanktechnologie, sondern ein Architekturkonzept, das mit unterschiedlichen zugrunde liegenden Systemen umgesetzt werden kann.
Nicht zu verwechseln mit der Relationalen Datenbank: Diese ist ein allgemeines Datenmodell, das sowohl für operative Systeme als auch innerhalb eines Data Warehouse genutzt werden kann, aber kein eigenständiges Analysekonzept ist. Ebenfalls abzugrenzen ist Business Intelligence: Diese nutzt häufig ein Data Warehouse als Datengrundlage, meint aber die Methoden und Systeme zur Auswertung, nicht die Datenhaltung selbst.