Ein Datenraum ist eine technisch und rechtlich abgesicherte Infrastruktur, über die mehrere Akteure Daten nach vereinbarten Regeln austauschen und gemeinsam nutzen können, ohne die Kontrolle über die eigenen Daten vollständig abzugeben.
Auch genannt: Datenökosystem, Data Space
Ein Datenraum funktioniert wie ein vereinbarter Rahmen, innerhalb dessen verschiedene Organisationen – etwa Unternehmen, Behörden oder Forschungseinrichtungen – Daten austauschen können, ohne diese in einem zentralen System zusammenzuführen. Jeder Teilnehmer behält die Hoheit über seine eigenen Daten und entscheidet, wer unter welchen Bedingungen darauf zugreifen darf.
Technisch beruht ein Datenraum auf gemeinsamen Standards für Schnittstellen, Identitäten und Zugriffsrechte, die sicherstellen, dass Daten dezentral bei den jeweiligen Inhabern verbleiben und nur bei Bedarf und nach klaren Regeln fließen. Vertragliche und organisatorische Vereinbarungen legen fest, welche Nutzungszwecke zulässig sind, wie Datenqualität und Vertrauenswürdigkeit sichergestellt werden und wie Verstöße gegen die vereinbarten Regeln geahndet werden. Damit unterscheidet sich ein Datenraum von einer einzelnen zentralen Datenbank, da Souveränität und Kontrolle bei den einzelnen Teilnehmenden verbleiben.
In einem branchenspezifischen Datenraum stellen mehrere Hersteller anonymisierte Maschinendaten aus ihrer Produktion bereit. Ein Logistikunternehmen erhält darüber Zugriff auf ausgewählte Kennzahlen, um Lieferketten besser zu planen, während jeder Hersteller weiterhin selbst bestimmt, welche Daten in welchem Detailgrad freigegeben werden.
Datenräume werden eingesetzt, um branchenübergreifenden oder sektoralen Datenaustausch zu ermöglichen, etwa zwischen Unternehmen einer Lieferkette, zwischen Forschungseinrichtungen oder zwischen öffentlicher Verwaltung und Wirtschaft. Sie bilden einen zentralen Baustein europäischer Datenpolitik, die auf gemeinsame, vertrauenswürdige Dateninfrastrukturen für einzelne Wirtschafts- und Gesellschaftsbereiche setzt.
Ein Datenraum ist kein einzelnes Produkt und keine einzelne Plattform, sondern ein Ordnungsrahmen aus Technik, Regeln und Governance, der von mehreren Beteiligten gemeinsam getragen wird. Häufig wird er mit einer zentralen Datenbank verwechselt; tatsächlich bleiben die Daten in der Regel dezentral bei den jeweiligen Inhabern, nur der Zugriff wird koordiniert.
Nicht zu verwechseln mit einer Relationalen Datenbank oder NoSQL-Datenbank, die konkrete Speichertechniken für Daten beschreiben, während ein Datenraum den organisatorischen und rechtlichen Rahmen für den Austausch zwischen mehreren Parteien bildet. Auch ein Digitaler Zwilling ist etwas anderes: Er bildet ein reales Objekt oder System digital ab, ist aber kein Rahmen für den Datenaustausch zwischen Organisationen.
Datenökonomie, Open Data, Datenhoheit, Digitale Souveränität