Datenökonomie bezeichnet den wirtschaftlichen Umgang mit Daten als eigenständigem Produktionsfaktor und Wirtschaftsgut, aus dem sich Geschäftsmodelle, Wertschöpfungsketten und Märkte ableiten lassen.
Auch genannt: Datenwirtschaft, Data Economy
In der Datenökonomie werden Daten nicht nur als technisches Nebenprodukt betrachtet, sondern als Ressource mit eigenem wirtschaftlichem Wert behandelt, ähnlich wie Kapital, Arbeit oder Rohstoffe in klassischen Wirtschaftsmodellen. Unternehmen, öffentliche Stellen und Einzelpersonen erzeugen, sammeln, verarbeiten, tauschen und verkaufen Daten, wodurch neue Wertschöpfungsstufen entstehen, die über die reine Datenerhebung hinausgehen.
Grundlage der Datenökonomie ist die Erkenntnis, dass Daten – anders als klassische Güter – nicht verbraucht werden, wenn sie genutzt werden, und sich beliebig vervielfältigen lassen. Dadurch entstehen eigene ökonomische Mechanismen: Wert entsteht häufig erst durch die Kombination unterschiedlicher Datenquellen, durch die Analyse großer Mengen oder durch den Zugang mehrerer Akteure zu denselben Datenbeständen. Institutionen wie Datenräume, Plattformen oder Marktplätze organisieren den Austausch, während rechtliche Rahmenbedingungen regeln, wer welche Daten unter welchen Bedingungen nutzen darf.
Ein Landwirtschaftsbetrieb erfasst über Sensoren Boden- und Wetterdaten. Diese Rohdaten allein haben begrenzten Wert. Werden sie jedoch mit Daten benachbarter Betriebe, meteorologischen Vorhersagen und Marktpreisen kombiniert und ausgewertet, entstehen Empfehlungen zu Aussaat, Bewässerung oder Erntezeitpunkt – ein Dienstleistungsangebot, das direkt auf der wirtschaftlichen Nutzung der zusammengeführten Daten beruht.
Die Datenökonomie bildet den konzeptionellen Rahmen für Geschäftsmodelle, die auf Datensammlung, -analyse und -weitergabe beruhen, für die Gestaltung von Datenmärkten sowie für politische Initiativen, die einen fairen und wettbewerbsfähigen Datenaustausch zwischen Unternehmen, Verwaltung und Bürgern fördern sollen. Sie liefert zudem die begriffliche Grundlage, um Fragen nach Dateneigentum, Datenzugang und Datenwert in wirtschaftspolitischen Debatten einzuordnen.
Datenökonomie bedeutet nicht automatisch den Verkauf personenbezogener Daten; ein erheblicher Teil datenökonomischer Wertschöpfung entsteht aus anonymisierten, aggregierten oder maschinengenerierten Daten. Ebenso wenig lässt sich der Wert von Daten pauschal beziffern, da er stark vom Kontext, von der Kombination mit anderen Daten und von der jeweiligen Nutzung abhängt.
Nicht zu verwechseln mit einem Digitalen Geschäftsmodell im Allgemeinen, das jede Form digitaler Wertschöpfung umfasst und nicht zwingend datenzentriert sein muss. Ebenso abzugrenzen von der Plattformökonomie, die sich auf die Vermittlung von Angebot und Nachfrage über digitale Plattformen konzentriert, während die Datenökonomie den Umgang mit Daten selbst als Wirtschaftsgut in den Mittelpunkt stellt.
Datenraum, Datenmonetarisierung, Datenhoheit, Digitale Wertschöpfung