Digitale Wertschöpfung bezeichnet die Erzeugung wirtschaftlichen Werts durch den Einsatz digitaler Technologien, Prozesse und Daten – von der Automatisierung bestehender Abläufe bis zur Entwicklung neuer, datenbasierter Produkte und Dienstleistungen.
Während klassische Wertschöpfung auf physische Produktion, Arbeit und Rohstoffe setzt, entsteht digitale Wertschöpfung zusätzlich oder anstelle dessen durch Informations- und Kommunikationstechnologien: etwa durch die Automatisierung von Prozessen, die Auswertung von Daten oder die Bereitstellung digitaler Dienste, die unabhängig von physischen Gütern wirtschaftlichen Nutzen erzeugen.
Digitale Wertschöpfung entsteht entlang mehrerer Mechanismen: Prozesse werden durch Digitalisierung effizienter und kostengünstiger, Daten werden systematisch ausgewertet, um bessere Entscheidungen zu treffen oder neue Erkenntnisse zu gewinnen, und es entstehen ganz neue, rein digitale Produkte und Dienstleistungen, die ohne digitale Technologien nicht existieren könnten. Diese Mechanismen wirken häufig zusammen und verändern bestehende Wertschöpfungsketten grundlegend, indem einzelne Schritte digitalisiert, neu kombiniert oder durch datenbasierte Angebote ergänzt werden. Volkswirtschaftlich lässt sich digitale Wertschöpfung näherungsweise am Anteil digitaler Technologien, Dienste und Datennutzung an der gesamten Bruttowertschöpfung ablesen.
Ein Maschinenbauunternehmen stattet seine Anlagen mit Sensoren aus, sammelt Betriebsdaten und bietet Kunden auf dieser Basis einen vorausschauenden Wartungsservice an. Der wirtschaftliche Wert entsteht hier nicht mehr allein durch den Verkauf der Maschine, sondern zusätzlich durch die digitale Auswertung ihrer Betriebsdaten.
Der Begriff dient dazu, wirtschaftliche Effekte der Digitalisierung sichtbar und vergleichbar zu machen – etwa in volkswirtschaftlichen Analysen, in der Unternehmensstrategie oder in politischen Debatten über den Beitrag digitaler Technologien zu Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Er hilft, digitale Anteile an der gesamten Wertschöpfung von klassischen, nicht-digitalen Anteilen zu unterscheiden.
Digitale Wertschöpfung ist kein Selbstzweck der Digitalisierung an sich, sondern setzt voraus, dass digitale Technologien tatsächlich einen messbaren wirtschaftlichen Nutzen erzeugen; die bloße Einführung digitaler Werkzeuge führt nicht automatisch zu höherer Wertschöpfung. Der Begriff wird zudem teils zu unscharf verwendet, wenn jede Form der IT-Nutzung pauschal als digitale Wertschöpfung bezeichnet wird, ohne den konkreten wirtschaftlichen Beitrag zu benennen.
Nicht zu verwechseln mit einem Digitalen Geschäftsmodell oder der Plattformökonomie, die konkrete Formen der Organisation digitaler Geschäftstätigkeit beschreiben, während digitale Wertschöpfung den übergeordneten ökonomischen Effekt bezeichnet, der aus solchen und weiteren digitalen Aktivitäten resultiert.
Datenökonomie, Datenmonetarisierung, Industrie 4.0