Last-Mile-Logistik bezeichnet den letzten Abschnitt der Lieferkette, auf dem eine Bestellung vom lokalen Verteil- oder Logistikzentrum bis zur Haustür der Kundin oder des Kunden transportiert wird.
Auch wenn Waren oft über weite Strecken und mehrere Umschlagpunkte transportiert werden, entscheidet sich die Zustellerfahrung meist erst auf dem letzten, vergleichsweise kurzen Stück: von einem lokalen Verteilzentrum bis zur konkreten Lieferadresse. Dieser Abschnitt ist logistisch besonders aufwendig, weil viele einzelne Sendungen an unterschiedliche Adressen in dichtem städtischem oder ländlichem Gebiet verteilt werden müssen.
Pakete werden im Logistikzentrum kommissioniert, verpackt und nach Zustellgebieten sortiert, bevor sie den Zustellfahrzeugen zugeordnet werden. Digitale Systeme planen dabei Routen so, dass möglichst viele Sendungen auf möglichst kurzem Weg zugestellt werden können, und ermöglichen es Kundinnen und Kunden häufig, den Zustellstatus in Echtzeit zu verfolgen. Scheitert eine Zustellung, etwa weil niemand angetroffen wird, kommen Alternativen wie Paketstationen, Nachbarschaftsabgabe oder ein erneuter Zustellversuch zum Einsatz.
Ein online bestelltes Paket verlässt ein zentrales Lager, durchläuft ein regionales Verteilzentrum und wird von dort aus auf einer optimierten Tour gemeinsam mit vielen weiteren Sendungen an die jeweiligen Haushalte in der Nachbarschaft ausgeliefert.
Last-Mile-Logistik wird eingesetzt, um Online-Bestellungen zuverlässig, schnell und nachvollziehbar bis zur Endkundin oder zum Endkunden zu bringen. Sie ist damit ein entscheidender Faktor für Liefergeschwindigkeit, Kosten und Kundenzufriedenheit im Online-Handel.
Die letzte Meile ist trotz ihrer geringen Entfernung häufig der teuerste und ineffizienteste Teil der gesamten Lieferkette, da viele kleine Sendungen einzeln und oft unter Zeitdruck zugestellt werden müssen – anders als der günstigere Transport größerer Mengen über weite Strecken. Last-Mile-Logistik ist außerdem kein reines Transportproblem: Zustellzeitfenster, Erreichbarkeit der Empfängerinnen und Empfänger sowie Rücksendungen beeinflussen die Effizienz ebenso stark wie die reine Fahrstrecke.
Nicht zu verwechseln mit Omnichannel: Dieser Begriff beschreibt die Verzahnung verschiedener Verkaufs- und Kommunikationskanäle, nicht den physischen Zustellweg einer Bestellung. Ebenfalls abzugrenzen ist Online-Marktplatz: Dieser vermittelt zwischen Anbietenden und Käuferinnen und Käufern, übernimmt aber nicht notwendigerweise selbst die Zustellung.