Retargeting ist eine Form der Online-Werbung, bei der Personen, die eine Website bereits besucht haben, anschließend auf anderen Websites gezielt mit dazu passender Werbung erneut angesprochen werden.
Besucht jemand einen Online-Shop und verlässt ihn ohne Kauf, taucht das zuvor betrachtete Produkt danach häufig in Form von Werbeanzeigen auf ganz anderen Websites wieder auf. Dahinter steckt Retargeting: Die Person wird wiedererkannt und gezielt erneut angesprochen, um sie zur Rückkehr oder zum Kaufabschluss zu bewegen.
Beim Besuch einer Website wird im Browser meist ein Cookie oder vergleichbarer Erkennungsmechanismus hinterlegt, der den Besuch bestimmter Seiten oder Produkte vermerkt. Arbeitet eine andere Website mit demselben Werbenetzwerk zusammen, kann dieser Erkennungsmechanismus ausgelesen werden: Die besuchte Person wird identifiziert, und ihr wird dort eine passende Anzeige eingeblendet – häufig bezogen auf genau das Produkt, das zuvor angesehen wurde. In der EU ist das Setzen entsprechender Cookies an eine informierte Einwilligung der Nutzerin oder des Nutzers gebunden.
Jemand schaut sich in einem Online-Shop ein Paar Schuhe an, kauft sie aber nicht. In den folgenden Tagen erscheint eine Werbeanzeige für genau diese Schuhe auf mehreren anderen besuchten Websites.
Retargeting wird eingesetzt, um Besucherinnen und Besucher, die bereits Interesse gezeigt, aber noch nicht gekauft haben, erneut zu erreichen und so Kaufabbrüche zu reduzieren. Es wird häufig ergänzend zu allgemeiner Display- und Suchmaschinenwerbung eingesetzt, um die Wirksamkeit von Werbebudgets auf bereits interessierte Zielgruppen zu konzentrieren.
Retargeting erreicht nur Personen, die zuvor bereits identifizierbaren Kontakt mit der Website hatten – es ersetzt keine Werbung zur Neukundengewinnung. Ohne entsprechende Einwilligung oder bei blockierten Cookies funktioniert Retargeting zudem nicht oder nur eingeschränkt, da die Wiedererkennung der besuchenden Person dann fehlt.
Nicht zu verwechseln mit Microtargeting: Dieses zielt auf die feine Segmentierung von Zielgruppen anhand vieler Merkmale, während Retargeting speziell auf bereits bekannte Website-Besucherinnen und -Besucher abzielt. Ebenfalls abzugrenzen ist Cookie: Dieser ist die technische Grundlage, über die Retargeting häufig umgesetzt wird, aber nicht die Werbeform selbst.