Satellitenkommunikation bezeichnet die Übertragung von Daten, Sprache und Rundfunksignalen über Satelliten und ermöglicht Funkverbindungen auch dort, wo terrestrische Netze wie Glasfaser oder Mobilfunk fehlen oder nicht wirtschaftlich ausgebaut werden können.
Statt Signale ausschließlich über Kabel oder bodengebundene Funkmasten zu übertragen, nutzt Satellitenkommunikation Satelliten im Erdorbit als Relaisstationen. Signale werden von einer Erdfunkstelle zum Satelliten gesendet, dort empfangen und weitergeleitet und erreichen so Empfangsgeräte, die unter Umständen tausende Kilometer entfernt oder anders kaum erreichbar sind.
Die Bundesnetzagentur koordiniert für Satellitenkommunikation national und international die Frequenznutzung, da Satellitensysteme über weite Teile der Erdoberfläche hinweg störungsfrei nebeneinander funktionieren müssen. Je nach Orbit-Höhe unterscheiden sich Satellitensysteme deutlich in Reichweite, Signallaufzeit und benötigter Satellitenanzahl: Systeme aus erdnahen Orbits benötigen für eine flächendeckende Versorgung viele einzelne Satelliten, bieten dafür aber kürzere Signallaufzeiten als Systeme mit wenigen, weiter entfernten Satelliten. Für die breitbandige Versorgung von Endkunden kommen zunehmend solche erdnahen Satellitensysteme zum Einsatz, deren Angebote die bisherigen klassischen Satellitenanschlüsse in Geschwindigkeit und Latenz deutlich übertreffen.
In einer ländlichen Region ohne Glasfaseranschluss und mit schwachem Mobilfunkempfang nutzt ein Haushalt eine Satellitenschüssel, um über ein Satellitensystem einen breitbandigen Internetzugang zu erhalten, der über terrestrische Netze an diesem Standort nicht verfügbar ist.
Satellitenkommunikation wird für Fernseh- und Radioempfang, für breitbandige Internetanschlüsse in schlecht versorgten Gebieten, für Datenkommunikation und Anwendungen des Internets der Dinge, für Satellitennavigation sowie für mobile Dienste im maritimen und aeronautischen Bereich eingesetzt.
Satellitenkommunikation gilt bei der Breitbandversorgung bislang nicht als vollwertiger Ersatz für feste Glasfaser- oder Kabelanschlüsse: Wegen abweichender Qualitätseigenschaften und eines oft ungünstigeren Preis-Leistungs-Verhältnisses spielt sie bei der Marktbetrachtung vor allem in besonders schlecht versorgten Gebieten eine Rolle. Häufig wird außerdem übersehen, dass Satellitenverbindungen grundsätzlich physikalisch bedingte Signallaufzeiten mitbringen, die je nach genutztem Orbit sehr unterschiedlich ausfallen und sich etwa auf Anwendungen mit hohen Anforderungen an geringe Verzögerung unterschiedlich stark auswirken können.
Nicht zu verwechseln mit 5G: 5G ist ein terrestrischer Mobilfunkstandard, der über bodengebundene Funkmasten arbeitet, Satellitenkommunikation nutzt dagegen Relaisstationen im Erdorbit. Ebenfalls abzugrenzen ist Glasfaseranschluss: Ein Glasfaseranschluss übertragt Daten über ein physisches, leitungsgebundenes Netz, Satellitenkommunikation kommt ohne eine solche durchgängige physische Leitung zum Endkunden aus.