Volumetrisches Video bezeichnet ein 3D-Aufnahmeverfahren, bei dem reale Personen oder Objekte von vielen Kameras gleichzeitig erfasst werden und sich das Ergebnis anschließend aus beliebigen Blickwinkeln und Zeitpunkten betrachten lässt.
Ein gewöhnliches Video zeigt eine Szene immer aus der Perspektive der Kamera, die sie aufgenommen hat. Bei volumetrischem Video ist das anders: Dutzende Kameras nehmen dieselbe Szene gleichzeitig aus unterschiedlichen Richtungen auf, sodass daraus ein dreidimensionales, bewegtes Abbild entsteht. Betrachtende können sich danach frei um die aufgenommene Person oder das Objekt herumbewegen, als stünde sie leibhaftig im Raum.
Für die Aufnahme wird eine Person oder ein Objekt in einem speziellen Studio von zahlreichen, oft mehreren Dutzend Kameras aus allen Richtungen gefilmt. Aus den einzelnen Kamerabildern berechnet eine Software pro Bildmoment eine dreidimensionale Punktwolke oder ein Netz aus Flächen (Mesh), die mit Texturdaten und Ton kombiniert werden. Weil diese Rohdaten enorm groß sind, folgt eine starke Kompression, bevor das Ergebnis in Echtzeit-Rendering-Umgebungen wie Spiele-Engines eingebunden und auf VR-Headsets oder AR-Geräten wiedergegeben werden kann.
Für eine VR-Dokumentation wird eine Zeitzeugin in einem Aufnahmestudio von vielen Kameras gleichzeitig gefilmt, während sie von ihren Erlebnissen erzählt. Nutzende können sich später mit einem VR-Headset frei um ihr dreidimensionales Abbild herumbewegen und sie aus jeder Richtung betrachten, statt nur eine feste Kameraperspektive zu sehen.
Volumetrisches Video wird für immersive VR- und AR-Erlebnisse eingesetzt, etwa in dokumentarischen Produktionen, im Kulturerbe-Bereich, bei virtuellen Konzerten oder in Spielen und Trainingssimulationen, die reale Personen dreidimensional einbinden wollen.
Volumetrisches Video wird häufig mit computergeneriertem 3D-Modellieren verwechselt; tatsächlich basiert es auf der Aufnahme realer Objekte oder Personen, nicht auf künstlich erstellter Geometrie. Zudem erfordert die Produktion spezialisierte Mehrkamera-Studios und erhebliche Rechenleistung für Rekonstruktion und Kompression, weshalb sie bislang deutlich aufwendiger ist als klassische 2D-Videoproduktion.
Nicht zu verwechseln mit Motion Capture: Motion Capture erfasst nur Bewegungsdaten eines Skeletts oder einzelner Marker, die anschließend auf ein separates, meist künstlich erstelltes 3D-Modell übertragen werden, während volumetrisches Video die vollständige, fotorealistische Oberfläche einer Person oder eines Objekts dreidimensional aufzeichnet. Ebenfalls abzugrenzen ist Streaming: Streaming betrifft die Übertragung fertiger Videodaten über ein Netzwerk, nicht das zugrunde liegende Aufnahme- und Rekonstruktionsverfahren.