Bandbreite bezeichnet die digitale Datenmenge, die innerhalb einer bestimmten Zeitspanne – meist einer Sekunde – über einen Übertragungskanal wie ein Kabel oder eine Funkverbindung übertragen werden kann.
Auch genannt: Datenübertragungsrate
Bandbreite beantwortet die Frage, wie viele Daten eine Verbindung maximal transportieren kann. Je höher die Bandbreite, desto mehr Informationen lassen sich gleichzeitig oder in kürzerer Zeit übertragen. Angegeben wird sie üblicherweise in Bit pro Sekunde, in der Praxis meist in Megabit oder Gigabit pro Sekunde.
Die tatsächlich nutzbare Bandbreite hängt von mehreren Faktoren ab: dem verwendeten Übertragungsmedium (etwa Glasfaser, Kupferkabel oder Funk), dem Kommunikationsprotokoll, der Netzauslastung sowie der Anzahl gleichzeitig aktiver Geräte in einem Netzwerkabschnitt. Glasfaserverbindungen erreichen wegen geringerer Übertragungsverluste in der Regel deutlich höhere Bandbreiten als klassische Kupferkabel. Die theoretische Obergrenze einer Verbindung wird als Kanalkapazität bezeichnet; sie wird durch das Übertragungsmedium und den Störabstand begrenzt. Bandbreite beschreibt dabei ausschließlich die übertragbare Datenmenge – nicht, wie schnell einzelne Antworten eintreffen.
Ein Glasfaseranschluss mit hoher Bandbreite kann mehrere hochauflösende Videostreams gleichzeitig übertragen, ohne dass es zu Rucklern kommt. Eine Verbindung mit geringerer Bandbreite muss dieselbe Datenmenge dagegen über einen längeren Zeitraum verteilen, was bei gleichzeitiger Nutzung durch mehrere Geräte zu spürbaren Einschränkungen führen kann.
Bandbreite ist der zentrale Kennwert bei der Planung und Bewertung von Internetanschlüssen: bei WLAN-Netzwerken, beim Glasfaseranschluss, im Mobilfunk und bei der Dimensionierung von Rechenzentrumsanbindungen. Sie bestimmt maßgeblich, wie viele Nutzende oder Anwendungen eine Verbindung gleichzeitig ohne Beeinträchtigung nutzen können.
Eine hohe Bandbreite bedeutet nicht automatisch eine schnelle Reaktionszeit: Eine Verbindung kann viele Daten pro Sekunde übertragen und trotzdem mit spürbarer Verzögerung reagieren. Zudem wird die beworbene maximale Bandbreite in der Praxis selten dauerhaft erreicht, da Netzlast, Entfernung zum Verteilerpunkt und die Anzahl gleichzeitiger Nutzer die tatsächlich verfügbare Kapazität verringern.
Nicht verwechseln mit Latenz: Sie beschreibt die Verzögerungszeit einer Anfrage, während Bandbreite die übertragbare Datenmenge angibt – beide Werte lassen sich unabhängig voneinander verbessern. Ebenfalls abzugrenzen ist die Bitrate: Sie bezeichnet die tatsächlich kodierte Datenmenge eines Medieninhalts pro Zeiteinheit und damit einen Anwendungsfall, der innerhalb der verfügbaren Bandbreite Platz finden muss.
Wireless Local Area Network, Glasfaseranschluss