Das Internet Protocol (IP) ist ein weit verbreitetes Netzwerkprotokoll, das die Grundlage des Internets bildet. Es regelt, wie Daten in Pakete zerlegt, adressiert und über Zwischenstationen zum richtigen Empfänger weitergeleitet werden.
Auch genannt: IP
Damit Computer weltweit Daten austauschen können, braucht es ein gemeinsames Regelwerk dafür, wie diese Daten verpackt und beschriftet werden. Genau das leistet das Internet Protocol: Es zerteilt Kommunikation in kleine Einheiten, versieht sie mit Absender- und Empfängerangaben und sorgt dafür, dass sie über ein dezentrales Netzwerk aus vielen Zwischenstationen ihr Ziel finden.
Das Internet Protocol lässt sich über drei Elemente beschreiben. Beim Packet-Switching wird jede Kommunikation – etwa eine Webseite oder eine Nachricht – in einzelne Datenpakete zerlegt, die getrennt übertragen werden. Beim Addressing erhält jedes Paket standardisierte Angaben zu Absender und Empfänger in Form von IP-Adressen. Beim Routing schließlich legt das Paket seinen Weg durch das Netzwerk zurück, wobei es meist mehrere Router und Server durchläuft, bevor es sein Ziel erreicht. Da das Internet dezentral organisiert ist, kann derselbe Datenaustausch über unterschiedliche Wege verlaufen.
Ruft eine Nutzerin eine Webseite auf, wird die Anfrage in mehrere Datenpakete aufgeteilt. Jedes Paket trägt die IP-Adresse des anfragenden Geräts als Absender und die IP-Adresse des Servers als Ziel. Router auf dem Weg lesen diese Adressangaben und leiten jedes Paket entsprechend weiter, bis alle Pakete beim Server ankommen und dort wieder zur vollständigen Anfrage zusammengesetzt werden.
Das Internet Protocol ist die Basis für praktisch jede Form der Datenübertragung im Internet und in lokalen Netzwerken: für den Abruf von Webseiten, den Versand von E-Mails, Videotelefonie, vernetzte Geräte und so gut wie jede weitere netzwerkbasierte Anwendung. Höhere Protokolle wie das für Webseiten genutzte Hypertext Transfer Protocol setzen auf dieser Adressierungs- und Transportschicht auf.
Ein häufiges Missverständnis ist, das Internet Protocol mit dem Internet insgesamt gleichzusetzen. Tatsächlich ist es nur eine von mehreren Schichten: Es sorgt für Adressierung und Weiterleitung, sagt aber nichts darüber aus, ob Inhalte verschlüsselt sind, wie Namen aufgelöst werden oder welche Anwendung die Daten letztlich nutzt. Auch garantiert das Internet Protocol allein keine zuverlässige oder geordnete Zustellung von Paketen – dafür sind zusätzliche Protokolle zuständig.
Nicht verwechseln mit dem Domain Name System: Dieses übersetzt menschenlesbare Namen in IP-Adressen, während das Internet Protocol die eigentliche Paketzustellung übernimmt. Ebenfalls abzugrenzen ist die Uniform Resource Locator: Sie bezeichnet eine konkrete Ressource im Web, nicht die Transportebene darunter. Auch Transport Layer Security ist ein eigenständiger Begriff: Sie verschlüsselt Verbindungen oberhalb des Internet Protocol, ist für dessen Funktion aber nicht erforderlich.