Kindersicherung bezeichnet technische Schutzeinstellungen auf Smartphones, Tablets, Spielkonsolen oder in einzelnen Apps, mit denen Erziehungsberechtigte Bildschirmzeiten, Inhalte, Käufe und Kontaktmöglichkeiten für Kinder begrenzen können.
Auch genannt: Parental Control, Jugendschutzeinstellungen
Kindersicherung ist der umgangssprachliche Sammelbegriff für alle Geräte- und App-Einstellungen, mit denen Eltern steuern, was ihre Kinder online sehen, kaufen oder wie lange sie ein Gerät nutzen dürfen – von Betriebssystem-Bordmitteln bis zu spezialisierten Schutz-Apps.
Moderne Betriebssysteme und viele Plattformen bieten eigene Kindersicherungsfunktionen: Zeitlimits für Bildschirmzeit, Altersfreigabefilter für Apps und Inhalte, Beschränkungen von In-App-Käufen sowie Einschränkungen für Kommunikationsfunktionen wie Chats in Spielen. Einzelne dieser Funktionen können, wenn sie die rechtlichen Anforderungen des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags erfüllen, auch als anerkanntes Jugendschutzprogramm gelten – die meisten gängigen Kindersicherungen auf Betriebssystemebene erfüllen diesen rechtlichen Status jedoch nicht automatisch, sondern wirken rein technisch-organisatorisch im Haushalt.
Eltern richten auf dem Tablet ihres achtjährigen Kindes eine Bildschirmzeitbegrenzung von einer Stunde täglich ein, sperren Käufe im App Store ohne Zustimmung und erlauben nur eine vorab freigegebene Liste von Apps. So behalten sie die Kontrolle, ohne jede einzelne Nutzung beaufsichtigen zu müssen.
Kindersicherungen werden eingesetzt, um unangemessene Käufe und Kontaktaufnahmen durch Fremde zu verhindern, die Bildschirmzeit altersgerecht zu begrenzen und den Zugriff auf ungeeignete Inhalte zu erschweren. Sie sind damit ein praktisches, familienalltagstaugliches Ergänzungsinstrument zur Medienerziehung.
Kindersicherungen bieten keinen vollständigen Schutz: Technisch versierte Jugendliche finden häufig Wege, Beschränkungen zu umgehen, und keine Software kann ein Gespräch über Risiken wie Cybergrooming oder Cybermobbing ersetzen. Zudem ist nicht jede Kindersicherungs-App automatisch ein rechtlich anerkanntes Jugendschutzprogramm im Sinne des JMStV.
Nicht zu verwechseln mit Jugendschutzprogramm: Ein Jugendschutzprogramm ist eine spezifisch nach JMStV-Kriterien geprüfte und anerkannte Softwarekategorie, während Kindersicherung der umgangssprachliche Oberbegriff für sämtliche elterlichen Schutzeinstellungen ist, unabhängig von einer solchen Anerkennung.