Medienkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, Medien – heute vor allem digitale Medien – selbstbestimmt, kritisch-reflektiert, kreativ und sozial verantwortlich zu nutzen, zu verstehen und mitzugestalten.
Wer medienkompetent ist, kann Medieninhalte nicht nur bedienen, sondern auch verstehen, wie sie entstehen, einordnen, wie glaubwürdig sie sind, und selbst bewusst entscheiden, wie und wofür Medien genutzt werden. Medienkompetenz geht damit deutlich über die reine technische Bedienung von Geräten oder Programmen hinaus.
Grundlegend geprägt wurde der Begriff vom Medienpädagogen Dieter Baacke, der Medienkompetenz in mehrere Dimensionen unterteilte: Medienkritik als Fähigkeit, Medieninhalte und ihre gesellschaftlichen Wirkungen zu hinterfragen, Medienkunde als Wissen über Medien und ihre Funktionsweisen, Mediennutzung als kompetenten praktischen Umgang und Mediengestaltung als Fähigkeit, selbst Medieninhalte zu produzieren. Mit der Digitalisierung musste dieses ursprünglich auf klassische Massenmedien bezogene Modell erweitert werden: Heute zählen dazu auch der Umgang mit sozialen Medien, personalisierten Suchmaschinen, ständiger Erreichbarkeit und algorithmisch kuratierten Inhalten.
Ein Jugendlicher erhält über soziale Medien eine Nachricht mit einer unbelegten, reißerischen Behauptung. Medienkompetenz zeigt sich darin, die Quelle zu prüfen, die Behauptung kritisch zu hinterfragen und sie nicht unreflektiert weiterzuverbreiten.
Medienkompetenz wird in Schulen, in der außerschulischen Bildungsarbeit und in der politischen Bildung gefördert, um Menschen zu einer selbstbestimmten und sozial verantwortlichen Teilhabe an einer von digitalen Medien geprägten Gesellschaft zu befähigen.
Für Medienkompetenz gibt es keine einheitliche, allgemeingültige Definition; je nach pädagogischer, kommunikationswissenschaftlicher oder technischer Perspektive wird der Begriff unterschiedlich gefasst und akzentuiert. Häufig wird Medienkompetenz zudem fälschlich auf reine Bedienkompetenz reduziert – etwa die Fähigkeit, mit einem bestimmten Programm zu arbeiten –, obwohl kritische Reflexion und eigene Gestaltungsfähigkeit ebenso wesentliche Bestandteile sind.
Nicht zu verwechseln mit Digitale Kompetenz: Digitale Kompetenz umfasst breiter die Fähigkeiten zur Nutzung digitaler Technologien allgemein, etwa im Beruf oder Alltag, Medienkompetenz legt den Schwerpunkt stärker auf den kritisch-reflektierten Umgang mit Medieninhalten und deren gesellschaftlichen Wirkungen. Ebenfalls abzugrenzen ist Desinformation: Desinformation bezeichnet gezielt irreführende Inhalte, Medienkompetenz ist die Fähigkeit, solche Inhalte zu erkennen und einzuordnen.