Auch genannt: P2P-Netzwerk, Peer-to-Peer (P2P)
Ein Peer-to-Peer-Netzwerk ist ein Zusammenschluss gleichberechtigter Teilnehmer, die direkt miteinander kommunizieren und Ressourcen oder Dateien austauschen, ohne dass dafür ein zentraler Server notwendig ist.
Im Gegensatz zu einem Modell mit fester Rollenverteilung, bei dem ein Server Anfragen vieler Clients beantwortet, kennen Peer-to-Peer-Netzwerke keine solche feste Hierarchie: Jeder Teilnehmer – jeder „Peer“ – kann sowohl Ressourcen anbieten als auch Ressourcen von anderen Teilnehmern nutzen. Es gibt keine zentrale Instanz, die den gesamten Datenaustausch koordiniert oder kontrolliert.
Ein Peer-to-Peer-System organisiert sich selbst über ein Rechnernetz, in dem jeder Teilnehmer Verbindungen zu mehreren anderen Teilnehmern aufbaut. Wird eine Datei oder Ressource gesucht, fragt der anfragende Peer so lange bei seinen bekannten Nachbarn nach, bis einer von ihnen die gewünschte Ressource anbieten kann oder auf weitere Peers verweist. Ressourcen wie Bandbreite, Speicherplatz und Rechenkapazität werden dadurch möglichst gleichmäßig auf viele Teilnehmer verteilt, statt sich auf einen einzelnen zentralen Server zu konzentrieren.
In einem Filesharing-Netzwerk lädt ein Nutzer eine große Datei nicht von einem einzelnen Server herunter, sondern bezieht unterschiedliche Teile dieser Datei gleichzeitig von mehreren anderen Teilnehmern, die diese Datei bereits besitzen. Sobald der Nutzer selbst Teile der Datei vollständig heruntergeladen hat, stellt er sie wiederum anderen Teilnehmern zum Download bereit.
Peer-to-Peer-Netzwerke werden eingesetzt, um Dateien dezentral zu verteilen, Rechenleistung und Speicherplatz vieler Teilnehmer gemeinsam zu nutzen und Grundlage für verteilte Systeme wie Blockchain-Netzwerke zu bilden, bei denen keine zentrale kontrollierende Instanz existieren soll.
Weil es keine zentrale kontrollierende Instanz gibt, lässt sich bei Peer-to-Peer-Netzwerken schwerer nachvollziehen und durchsetzen, wer für welche übertragenen Inhalte verantwortlich ist – ein Umstand, der etwa beim unerlaubten Tausch urheberrechtlich geschützter Werke rechtlich relevant wird. Die tatsächlich verfügbare Leistung eines solchen Netzwerks hängt außerdem stark davon ab, wie viele Teilnehmer gerade aktiv online sind und eigene Ressourcen bereitstellen, statt konstant und planbar zu sein wie bei einem dedizierten Server.
Nicht zu verwechseln mit Client-Server-Modell: Im Client-Server-Modell übernimmt ein zentraler Server die Koordination und stellt Dienste für viele Clients bereit, während in einem Peer-to-Peer-Netzwerk alle Teilnehmer gleichberechtigt sind und direkt miteinander statt über einen zentralen Vermittler kommunizieren.