Routing bezeichnet das Festlegen des Weges, über den Datenpakete durch ein Netzwerk von der sendenden zur empfangenden Stelle geleitet werden.
Ein Netzwerk wie das Internet besteht aus unzähligen miteinander verbundenen Teilnetzen. Damit eine Nachricht von einem Gerät zu einem anderen gelangt, muss an jeder Verbindungsstelle entschieden werden, in welche Richtung sie weitergeschickt wird – ähnlich wie an einer Straßenkreuzung, an der ein Wegweiser die nächste Richtung vorgibt. Diese fortlaufende Wegwahl heißt Routing.
Spezialisierte Geräte, sogenannte Router, führen Tabellen mit Informationen darüber, über welche Verbindung ein bestimmtes Zielnetz am besten zu erreichen ist. Trifft ein Datenpaket an einem Router ein, liest dieser die Zieladresse aus und entscheidet anhand seiner Routing-Tabelle, an welchen nächsten Router er das Paket weiterleitet; dieser Vorgang wiederholt sich an jedem weiteren Router auf dem Weg zum Ziel. In paketvermittelten Netzen wie dem Internet kann dabei jedes Paket einer Verbindung einen eigenen Weg nehmen, abhängig von der jeweils aktuellen Netzauslastung und Verfügbarkeit einzelner Strecken.
Eine E-Mail wird von einem Gerät in Deutschland an eine Empfängerin in Japan gesendet. Auf dem Weg durchläuft sie mehrere Router unterschiedlicher Netzbetreiber, von denen jeder anhand der Zieladresse entscheidet, über welche Verbindung die Daten am schnellsten weiterkommen – ohne dass Absender oder Empfängerin diesen Weg im Einzelnen kennen müssen.
Routing wird eingesetzt, um Daten zuverlässig und effizient zwischen Netzwerken zu übertragen, Netzlast auf mehrere Wege zu verteilen und bei Ausfall einzelner Verbindungen automatisch auf alternative Strecken auszuweichen.
Routing bestimmt den grundsätzlichen Weg eines Datenstroms durch das Netzwerk; die konkrete Weiterleitungsentscheidung eines einzelnen Routers für ein einzelnes Paket wird davon unterschieden als Forwarding bezeichnet, auch wenn beide Begriffe umgangssprachlich oft vermischt werden. Häufig wird außerdem übersehen, dass der schnellste oder kürzeste Weg nicht automatisch der stabilste ist – Routing-Entscheidungen berücksichtigen je nach Verfahren auch Auslastung, Kosten oder Zuverlässigkeit einzelner Strecken.
Nicht zu verwechseln mit Paketvermittlung: Paketvermittlung beschreibt das grundlegende Prinzip, Nachrichten in einzelne Pakete zu zerlegen und unabhängig voneinander zu übertragen, Routing ist die darauf aufbauende Methode, mit der für diese Pakete jeweils der Weg durchs Netz bestimmt wird. Ebenfalls abzugrenzen ist IP-Adresse: Die IP-Adresse identifiziert Ziel und Absender eindeutig, Routing nutzt diese Adressierung, um daraus den tatsächlichen Übertragungsweg abzuleiten.