Ein Dark Pattern ist eine manipulative Gestaltungstechnik auf Webseiten und in Apps, die Nutzerinnen und Nutzer durch psychologischen Druck oder Täuschung zu Entscheidungen bewegt, die sie bei klarer Darstellung nicht getroffen hätten.
Dark Patterns nutzen gezielt gestalterische Tricks aus, um Kaufentscheidungen zu beschleunigen, mehr Daten preiszugeben oder Kündigungen zu erschweren. Dazu zählen etwa künstlicher Zeitdruck durch Countdown-Timer, optisch hervorgehobene Zustimmungs-Buttons bei gleichzeitig versteckten Ablehnungsoptionen oder wiederholt erscheinende Aufforderungen, eine bereits getroffene Entscheidung zu ändern.
Dark Patterns setzen an bekannten kognitiven Verzerrungen an: Menschen neigen dazu, der bequemsten oder am auffälligsten gestalteten Option zu folgen, Verknappung als Handlungsdruck wahrzunehmen oder komplexe Formulierungen zu überlesen. Rechtlich sind manipulative Gestaltungen von Online-Plattformen, die Nutzerinnen und Nutzer an freien und informierten Entscheidungen hindern, seit Februar 2024 nach dem Digital Services Act verboten. Daneben können Dark Patterns als irreführende oder aggressive geschäftliche Handlung gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb verstoßen. Welche konkreten Gestaltungen im Einzelfall unzulässig sind, wird juristisch laufend präzisiert.
Ein Online-Shop zeigt beim Checkout einen großen, farblich hervorgehobenen Button „Ja, ich möchte den Newsletter erhalten“ an, während die Option zum Ablehnen als unauffälliger grauer Textlink in kleiner Schrift versteckt ist. Diese ungleiche optische Gewichtung soll Nutzerinnen und Nutzer zur ungewollten Anmeldung verleiten.
Der Begriff Dark Pattern wird verwendet, um manipulative Designentscheidungen zu benennen, die Verbraucherinnen und Verbraucher zu mehr Datenpreisgabe, höheren Ausgaben, längeren Nutzungszeiten oder erschwerten Kündigungen bewegen sollen, und um solche Praktiken rechtlich und gesellschaftlich einzuordnen.
Nicht jede nutzerfreundliche oder werbliche Gestaltung ist bereits ein Dark Pattern; die Grenze zwischen zulässiger Verkaufsförderung und unzulässiger Manipulation ist rechtlich noch nicht abschließend geklärt und wird von Gerichten im Einzelfall entschieden. Häufig wird außerdem angenommen, der Digital Services Act verbiete sämtliche manipulativen Gestaltungen; tatsächlich greift er nur bei Praktiken, die die Entscheidungsfindung unmittelbar beeinträchtigen, während andere Fälle über Wettbewerbs- oder Datenschutzrecht erfasst werden.
Nicht zu verwechseln mit Fake-Bewertung: Dark Patterns betreffen die Gestaltung von Oberflächen und Entscheidungssituationen, Fake-Bewertungen dagegen die inhaltliche Fälschung von Kundenmeinungen – beides dient oft demselben Zweck, täuscht aber auf unterschiedliche Weise.