Ein Glasfasernetz ist eine Übertragungsinfrastruktur aus Glasfaserkabeln, in denen Daten als Lichtimpulse übertragen werden – mit deutlich höheren Bandbreiten und geringeren Verlusten als bei klassischen Kupferleitungen.
Statt Daten als elektrische Signale durch Kupferdraht zu schicken, wandelt ein Glasfasernetz sie in Lichtimpulse um, die durch hauchdünne Glasfasern laufen. Licht legt dabei über weite Strecken kaum Signalstärke ab, sodass sich sehr große Datenmengen schnell und stabil transportieren lassen. Glasfasernetze bilden das Rückgrat der modernen Kommunikationsinfrastruktur.
An einem Ende wandelt ein optischer Sender elektrische Signale in Lichtimpulse um, die durch den Glaskern der Faser laufen und durch Totalreflexion an deren Rand nahezu ungehindert weitergeleitet werden. Am anderen Ende wandelt ein optischer Empfänger die Lichtsignale zurück in elektrische Signale. Man unterscheidet dabei verschiedene Netzebenen: Kernnetze und Backbone-Verbindungen transportieren Daten zwischen Rechenzentren und Regionen über weite Strecken, während Zugangsnetze die Verbindung zu einzelnen Gebäuden herstellen.
Zwischen zwei Rechenzentren in unterschiedlichen Städten verläuft eine Glasfaser-Backbone-Verbindung, über die der gesamte Datenverkehr vieler tausend Internetnutzerinnen und -nutzer gleichzeitig transportiert wird – deutlich mehr, als eine einzelne Kupferleitung bewältigen könnte.
Glasfasernetze bilden die physische Grundlage des Internets: Sie verbinden Rechenzentren, Internetknoten und Ortsvermittlungsstellen über weite Strecken und ermöglichen den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsanschlüssen für Haushalte und Unternehmen. Auch Mobilfunknetze sind auf leistungsfähige Glasfaseranbindungen ihrer Basisstationen angewiesen.
Ein Glasfasernetz beschreibt die Übertragungsinfrastruktur als Ganzes, nicht den einzelnen Hausanschluss – dieser wird als eigener Begriff geführt. Zudem bedeutet der Ausbau von Glasfaser-Backbone-Strecken in einer Region nicht automatisch, dass jedes einzelne Gebäude bereits direkt angeschlossen ist; „Glasfaser in der Nähe“ und „Glasfaseranschluss im Gebäude“ sind zwei unterschiedliche Ausbaustufen.
Nicht zu verwechseln mit dem Glasfaseranschluss: Dieser bezeichnet die konkrete Anbindung eines einzelnen Gebäudes oder Endkunden ans Glasfasernetz, während das Glasfasernetz die übergeordnete Übertragungsinfrastruktur meint. Ebenfalls abzugrenzen ist das Wireless Local Area Network: Es überträgt Daten drahtlos auf kurze Distanz, während ein Glasfasernetz kabelgebunden auch sehr weite Strecken zurücklegt.