Obsoleszenz bezeichnet das Veralten eines Produkts, das zu einer verkürzten Nutzungsdauer führt – sei es durch natürlichen technischen Fortschritt, Verschleiß oder durch bewusste Gestaltungsentscheidungen des Herstellers.
Ein Produkt gilt als obsolet, wenn es zwar oft noch funktioniert, aber durch neue Standards, fehlende Ersatzteile oder ausbleibende Updates nicht mehr sinnvoll nutzbar ist. Wird diese Alterung bewusst von Herstellern herbeigeführt oder in Kauf genommen, spricht man von geplanter Obsoleszenz – ein Begriff, der in der Verbraucherdebatte um Elektrogeräte besonders häufig fällt.
Wirtschaftlich ist Obsoleszenz neben dem normalen Nutzungsverschleiß eine Ursache für Abschreibungen und beeinflusst Kosten-Nutzen-Vergleiche von Produkten. Sie kann unterschiedliche Ursachen haben: funktionale Obsoleszenz durch technischen Fortschritt, psychologische Obsoleszenz durch Modetrends sowie bewusst herbeigeführte, geplante Obsoleszenz, etwa durch eingebaute Schwachstellen, schwer austauschbare Akkus oder fehlende Ersatzteile. Verbraucherschutz- und Umweltpolitik reagieren zunehmend mit gesetzlichen Vorgaben zu Reparierbarkeit, Ersatzteilverfügbarkeit und Update-Pflichten, um die Lebensdauer von Produkten zu verlängern.
Ein Haushaltsgerät verfügt über einen fest verbauten Akku, der nach wenigen Jahren seine Kapazität deutlich verliert und sich nur mit hohem Aufwand austauschen lässt. Statt einer kostengünstigen Reparatur bleibt häufig nur der Neukauf – ein klassisches Beispiel für Obsoleszenz durch Produktgestaltung.
Der Begriff Obsoleszenz wird verwendet, um die verschiedenen Ursachen vorzeitiger Produktalterung zu analysieren, verbraucher- und umweltpolitische Maßnahmen gegen unnötig kurze Produktlebensdauern zu begründen und Kaufentscheidungen stärker an Langlebigkeit auszurichten.
Nicht jede kurze Produktlebensdauer ist Beweis für absichtliche geplante Obsoleszenz; oft lassen sich natürlicher Verschleiß, technischer Fortschritt und bewusste Gestaltungsentscheidungen nur schwer eindeutig voneinander trennen. Häufig wird zudem übersehen, dass Obsoleszenz nicht nur Hardware betrifft, sondern bei vernetzten Produkten zunehmend auch durch fehlende Software-Unterstützung entsteht.
Nicht zu verwechseln mit Software-Obsoleszenz: Obsoleszenz ist der übergeordnete Begriff für das Veralten von Produkten jeder Art, Software-Obsoleszenz beschreibt den speziellen Fall, dass ein technisch funktionierendes Gerät allein durch fehlende Software-Unterstützung unbrauchbar wird.