Ein Vertrauensdienst ist ein elektronischer Dienst, der Vertrauen in digitale Vorgänge schafft – etwa durch Signaturen, Siegel, Zeitstempel oder Zustellungsnachweise.
Vertrauensdienste sorgen dafür, dass digitale Dokumente und Vorgänge ähnlich verlässlich sind wie ihre analogen Vorbilder – etwa eine Unterschrift, ein Firmenstempel oder ein Poststempel.
Ein zertifizierter Anbieter stellt Vertrauensdienste wie elektronische Signaturen oder Siegel bereit und übernimmt dabei die Identitätsprüfung sowie die technische Absicherung des jeweiligen Dienstes. Der EU-Rechtsrahmen eIDAS legt fest, welche Anforderungen ein Vertrauensdienst erfüllen muss, um EU-weit anerkannt zu werden.
Ein Unternehmen nutzt einen Vertrauensdienst, um ausgehende Rechnungen mit einem elektronischen Siegel zu versehen, das ihre Herkunft und Unverändertheit bestätigt.
Vertrauensdienste werden für rechtsverbindliche digitale Signaturen, die Bestätigung der Herkunft von Dokumenten, die Nachweisbarkeit von Zeitpunkten und sichere elektronische Zustellungen eingesetzt.
Nicht jeder digitale Dienst mit „Vertrauen“ im Namen ist ein rechtlich anerkannter Vertrauensdienst im Sinne von eIDAS – die Anerkennung setzt eine Zertifizierung nach definierten Standards voraus. Die verschiedenen Vertrauensdienste unterscheiden sich zudem in ihrem rechtlichen Anwendungsbereich.
Nicht zu verwechseln mit Backup oder allgemeinem Cloud-Betrieb, die Datensicherung statt rechtlicher Vertrauenswirkung betreffen.